Kasmandl gehen im Lungau

November 4th, 2013
Alte Bräuche im Biosphärenpark Salzburger Lungau und Kärtner Nockberge

Bild: Andrea Kocher

In ein paar Tagen am 10. November gehen wieder die Kasmandl von Haus zu Haus. Jetzt schon treffen sich die Kinder in den Hinterzimmer um Gedichtl  einzustudieren.
So mancher schnitzt aus den „ Duschruabn“ einen Totenkopf mit einem Kerzerl drin oder bastelt an seinem Baumbart.
Die Mütter backen Schnurraus und rühren das Rahmkoch, damit die Kasmandl am Kasmandltag auch etwas hergeben können.

Für mich war es immer eine große Freude mit anzusehen, wie sich die Freunde meiner 4 Söhne bei uns im Haus getroffen haben und brave die verschiedenen Texte einstudierten. So manchen Abend sind alle lachend nach Hause gegangen, weil die Gedichtl waren manchmal schon sehr kreativ und lustig.

Am Kasmandltag wurden die Kinder schon freudig von vielen Leuten erwartet.
Für die sinnigen Sprüche, Lieder und Darbietungen erhielten die Kasmandl Mandarinen, Nüsse, Süßigkeiten oder gar oft auch etwas  Geld.
Spät Abends nach dem Teilen der vielen Gaben und einer guten Nachjause, sind dann meine 4 Kasmandl todmüde mit einem Lächeln auf den Lippen ins Bett gefallen und hatten so am Kasmandltag wiederrum das Brauchtum aufrecht erhalten.

Auch ein paar Sprücherl habe ich mir noch notiert:

Alle zusammen zu Beginn
Zu Martini, do is zan Kasmandl rena,
drum san mir vom Laschfed außa kema,
De Oimleut hom ena orbeit brav do,
Jetzt san mia Kasmandl zan umarama dro

I bin da Totenkopf träger mit´n Liacht,
I gea voro , das ma jo ois siacht,
und das die Kasmandl nit herfoin,
denn auf die Berg san se scho im Schnee obagwoign.

I bin dö Sennin va da Mühltoleroim,
i vasorg dö Kia, da Hoita dö Koim.
I  tua fü dö Oimleit a Patzl Kas her-
Minga tat´n se frali vü mehr.
I iß´n a weit liaba söba
Und en Hoita, den hoit i a recht kleba.
I muaß schaun, dass i bleib recht leibig,
wonn a da Hoita schaut recht neidig.
Is g´scheida, er bleib  a zaundüchas Manndl
dafü hot da mit dö Weiba koan Handl.

Auf der Alm is mit´n Liacht oiwei a gfrett.
Im Herbst werds fria finsta in da Hütt´n und in jedem Eck.
Und beim Viecha suachn, oje, foin de Hoitabuam oiwei he.
Und heut beim Kasmandlfahrn bin i wida dro,
und geh mit´n Almliacht voro!

I bin´s Kasmandl von da Sunn Alm,
40 Joah bin ich docht umanonda gwoign,
es hot oft gnebelt blitzt und krocht,
und a fürchterliches Wetta brocht;
Drum kemma heit za de Heisa hea,
da Weg wor weit und Kniatiaf da Schnea

I bin de Schecknkua de Frieda,
ban mechn bin i gar nit zwida.
A Kaibe bringe alle Johr,
Und fechtn hone a redla woa,
a Zwillingspadl gworfn.
Nebn meina henkt da braune Stier,
der brummet schoa in olla Fria,
nift auf da Blankn auf und nieda,
du bist mei scheanste Kua mei Frieda.
In Summa hiate me boid darent,
in Ochsnko is gwen inta de Went.
Da Hoita muas hiaz narrisch mit sein Schnapsl sporn,
wei des is a Umschlog fia mein Haxn wong.

I bin es Kasmandl von da Laschfedoim,
und mei Senden is ma kema unta die Kia und Koim.
Drum derf I enk heit a Rahmkoch bringa,
und I hoff es derzas minga.

Alle zusammen zum Schluß
Hiaz pfiat enk Gott beinond,
und bleibt´s schea gsund allesomt.
Bis zan nächstn Joahr, do kema mawieda,
mia hoff´n es gfreit´s enk driba.

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